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Köln und Düsseldorf

Das Duell: Uralte Fehde zwischen Köln und Düsseldorf

Köln und Düsseldorf sind gegenseitig mit einem Katzensprung zu erreichen. Bei einer so direkten Nachbarschaft sollte man eigentlich davon ausgehen, dass ein harmonisches Verhältnis herrscht. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Kenner sprechen von einer ausgeprägten Hassliebe, die Kölner und Düsseldorfer miteinander verbindet und gelegentlich auch zu handfesten Eskalationen führt. Gnade kennt keiner dabei. Auch die Medien beider Städte durchziehen sich gegenseitig mit einer Hetze, dessen Ursprung eigentlich kaum noch einer kennt. Es scheint beinahe so, als ob die Hassliebe zwischen Köln und Düsseldorf schon in die Wiege gelegt wird. Red Escort möchte einmal kurz erklären, warum den Düsseldorfer Köln gestohlen bleiben kann und der Kölner die Düsseldorfer nicht mag.

Köln – Düsseldorf: Unterschiede und Hassliebe

Da ist zu einem Düsseldorf, das mit seinen Alleen und den Prachtbauten glänzt und strahlt. Die Düsseldorfer sagen, die Kölner sind neidisch. Immerhin gäbe es so was in Köln nicht. Der Kölner wirft darauf mit einem verstohlen Blick nur zurück: In Köln ist fast 24 Stunden die Post los, während in Düsseldorf fast 24 Stunden am Tag schläft. Und in der Tat, viel los ist in Düsseldorf wahrlich nicht. Ein Grund, warum es viele Taxifahrer lieber nach Köln zieht. Für die meisten Fahrer ist Düsseldorf sprichwörtlich die tiefste Provinz. Als Kölner gilt die unausgesprochene Regel: Düsseldorf darf man nicht mögen! Immerhin ist das Alt kein Kölsch.

Doch woher stammt diese Regel, die bereits zu einer langen Tradition wurde. Einige berufen sich dabei auf die historische Schlacht von Worringen um 1288. Dabei kam es zu einer brachialen Entscheidungsschlacht, die beide Städte bis aufs Blut verfeindete. Die Schlacht begann damals am Vormittag des 5. Juni 1288 auf dem linksrheinischen Köln und dem rechtsrheinischen Düsseldorf. Gewaltige Ritterheere standen sich vor über 726 Jahren gegenüber. Kenner halten diese Erklärung aber für abwegig und grotesk. Immerhin spielte sich dieses vor vielen Jahrhunderten ab und ist so für Köln oder Düsseldorf heute kaum noch relevant. Doch was ist es dann? Liegt es vielleicht doch daran, das Kölsch besser schmeckt als ein Alt und das die Kölner bessere Fußballer sind als die Düsseldorfer?

Hassliebe mehr eine Tradition

Wer jedoch auf die Verhältnisse blickt, erkennt das die Hassliebe zwischen Köln und Düsseldorf mehr einer Tradition entspringt, also wirklich greifbarem. Es sind Kleinigkeiten, einzelne Begebenheit, die das Feuer schürt. So zum Beispiel wenn sich Madonna bewusst für einen Auftritt im Düsseldorfer Stadium entscheidet und Köln meidet. Gerne wird auch in Köln das Gerücht gestreut, das die Einwohner in Düsseldorf recht eigenartig, ja sogar snobistisch und eingebildet sein. Wer einen Düsseldorfer nach einem Freund in Köln fragt, wird stets die gleiche Antwort erhalten. Ich kenne keinen in Köln. Nicht anders würde die Antwort eines Kölners lauten, der eine Freundschaft zu einem Düsseldorfer nie öffentlich bekunden würde. Aber auch Spot ist über Düsseldorf zu hören. Häufig zielt dieser auf den Medienhafen, der eigentlich keiner ist. Denn keiner kann sagen, was diesen tatsächlich zum Medienhafen macht, wenn die Zentralen der Großen (RTL, WDR, VOX, n-tv, etc.) natürlich in Köln sitzen. In Düsseldorf ist die Nennung der Medienansammlung dafür recht einfach zu benennen, wobei wir hierfür noch nicht einmal ein Komma nach dem Doppelpunkt setzen müssen: QVC.

Doch auch das närrische Treiben ist dem Vernehmen nach in Düsseldorf viel stumpfer und dumpfer als in Köln. In Düsseldorf fragen sich die Einwohner dafür stets, was die Kölner alles verbrochen haben müssen, wenn Gott Ihnen die Karnevals-Plage vermacht hat, dessen neckische Auswirkungen beinahe das ganze Jahr in der Stadt zu spüren sind. Nicht einmal die Genfer Konvention konnte diese Plage eindämmen. Auch die Zwirbelbartträger sind es, die den Aufenthalt in der Domstadt so schrecklich erscheinen lassen. So argumentieren viele Düsseldorfer: Wer nicht schwul ist oder durch einen Migrationshintergrund einen 3er BMW fährt, trägt demonstrativ sein eigenes Zwirbelbärtchen in Köln, das er offen zur Schau trägt. Alles samt für einen Düsseldorfer undenkbar. Immerhin kann der in Köln kein wirklich schönes Plätzchen entdecken. Nachdem die Stadt im 2. Weltkrieg zerstört wurde, erscheint die Umgebung beinahe trostlos und ist nichts im Vergleich zu den Pracht-Alleen in Düsseldorf. Interessant ist auch der Rhein, der stets zu Düsseldorf hält und gegen Köln wettert. Immerhin fließt dieser bei Köln schneller. So als wolle er so schnell wie möglich wieder weg.

Fazit Köln- Düsseldorf

Die Hassliebe zwischen Kölner und Düsseldorfer ist uralt und lässt sich subjektiv nicht erklären. Fakt ist, wer ein richtiger Kölner ist, empfindet nur Verabscheuung für Düsseldorf. Das gleiche gilt für einen Düsseldorfer, der die Stadt Köln nur dann durchquert, wenn er dazu gezwungen wird.

Doch es gibt auf beiden Seiten auch schöne Seite. Abseits der Hassliebe, die sicherlich auch noch in den nächsten Jahrzehnten auf beiden Seiten voller Inbrunst ausgelebt wird. Der Kölner Dom entzückt mit vielen Schönheiten und da ist natürlich auch der Rheinauhafen, der bei Nacht jedes Herz zum Schmelzen bringt. Der Bahnhofsvorplatz beim Dom wirkt wie ein kleines Tor in die große Welt und auch die zahlreichen Grünflächen wurden in den vergangenen Jahren ordentlich in Schuss gebracht. Düsseldorf hingegen ist ein Prachtjuwel, eine Stadt, die mit vielen romantischen Plätzen erstrahlt. Gewinnen wird das jahrhundertalte Duell wohl niemand. Denn schon damals in der Schlacht von Worringen ging es nicht darum, das Blut fließt. Sondern nur darum, Gefangene zu nehmen, um ein Lösegeld zu erpressen. So richtig kann sich wohl weder der Düsseldorfer noch der Kölner entscheiden.